PayPal

, Inc [ˈpeɪˌpæl] (engl. wörtlich Bezahlfreund, angelehnt an pen pal, Brieffreund) ist eine Tochtergesellschaft des US-Unternehmens (im Oktober 2002 erworben), die unter ihrem Markennamen ein Online- betreibt. Es kann zur Begleichung von Mittel- und Kleinbeträgen zum Beispiel beim Ein- und Verkauf im Online-Handel genutzt werden. Laut eigenen Angaben hat PayPal mehr als 230 Millionen Mitgliedskonten (Stand: Juni 2014) in 193 Nationen und 25 Währungen. Paypal dominiert das Marktsegment des Payment Processing. Der Hauptsitz des Unternehmens ist San José, das europäische Tochterunternehmen ist PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A. und hat seinen Sitz in Luxemburg.

Funktionsweise

Das PayPal-Konto ist ein virtuelles Konto: Die Identität des PayPal-Kontos wird durch die E-Mail-Adresse des PayPal-Mitglieds definiert, es gibt also keine eigene Kontonummer. Mit dem Konto können Zahlungen an Dritte ausgeführt und Zahlungen von Dritten empfangen werden. Dabei fungiert PayPal als Dienstleister für den Transfer. PayPal übernimmt nicht die Funktion eines Treuhänders. Das heißt, es wird lediglich die Zahlungsabwicklung übernommen und ist unabhängig von der Leistungserbringung durch den Verkäufer.

Ein elementarer Vorteil von PayPal – wie auch von anderen -Systemen – ist es, dass via PayPal getätigte Zahlungen sofort dem Zahlungsempfänger gutgeschrieben werden und somit beispielsweise die sonst übliche Banklaufzeit einer Überweisung entfällt. Im Onlineshop getätigte Käufe können somit sehr schnell bezahlt werden. Damit verkürzt sich die Lieferzeit, sofern der Verkäufer die Ware zeitnah nach dem Zahlungseingang versendet.

PayPal-Mitglieder müssen sich mit ihren persönlichen Daten und Kontodaten registrieren und die Verifizierung der angegebenen Daten abwarten. Dazu führt PayPal eine Testüberweisung auf das angegebene Konto aus. Danach können PayPal-Mitglieder Geld an jede beliebige E-Mail-Adresse in den unterstützten Ländern senden. Hat der Besitzer der E-Mail-Adresse kein PayPal-Konto, so wird er von PayPal per E-Mail benachrichtigt, dass unter dieser E-Mail-Adresse eine Zahlung eingegangen ist. Damit er über den gesendeten Betrag verfügen kann, muss der Zahlungsempfänger bei PayPal registriert sein oder sich als neues Mitglied registrieren.

Des Weiteren kann PayPal über ein webfähiges Mobiltelefon verwendet werden. Die Unterstützung von webfähigen Pagern und anderen Handheld-Geräten richtet sich nach der Authentizität der Zuordnung zu PayPal-Mitgliedern. Eine Technologie mit dem Namen „PayPal Here“ erleichtert zudem Zahlungsvorgänge für -Nutzer: Dabei wird ähnlich wie an der Kasse im Supermarkt die Kreditkarte über einen kleinen Aufsatz gezogen, der an den Kopfhörereingang des Geräts angeschlossen wird. Auch Schecks können über die im eingebaute Kamera abfotografiert werden. Die US-Firma Square wendet bereits ein ähnliches Verfahren an.

Die Informationen der Teilnehmer werden bei jeder Überweisung mit SSL geschützt. Die Finanzdaten des PayPal-Mitglieds, wie beispielsweise die Kreditkarten- oder Kontonummer, bleiben dem Zahlungsempfänger verborgen, wodurch ein Missbrauch dieser Daten durch den Zahlungsempfänger vermieden werden soll.

Um mit PayPal Geld an einen anderen Teilnehmer zu senden, gibt es mehrere Einzahlungsmöglichkeiten:

  • Man kann Geld direkt von einem PayPal-Guthaben versenden. Das PayPal-Konto kann in Europa zum Beispiel via normaler Banküberweisung unter Verwendung eines spezifischen Einzahlungscodes mit einem Guthaben aufgeladen werden. Der von PayPal vorgegebene, kontospezifische muss im Feld „Verwendungszweck“ der Überweisung eingetragen werden. Die Aufladung via Überweisung nimmt in der Regel etwa drei Tage in Anspruch, manchmal dauert es allerdings deutlich länger.
  • Auch eine Kreditkarte kann zur Zahlung verwendet werden. Dabei muss das Geld nicht erst auf das PayPal-Konto eingezahlt werden, sondern wird vom Kreditkartenkonto eingezogen und dem Empfänger gutgeschrieben.

Für deutsche PayPal-Konten gibt es weitere Einzahlungsmöglichkeiten:

  • Es ist möglich, Zahlungen über das Lastschriftverfahren direkt vom eigenen Konto aus zu tätigen. In diesem Fall wird der Betrag dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers sofort gutgeschrieben und PayPal bucht den Betrag innerhalb der nächsten Tage vom Bankkonto des Zahlenden ab.
  • Des Weiteren sind manche Zahlungen nur via Lastschrift mit Sicherheitsprüfung möglich. Wird der Betrag von PayPal erfolgreich vom Bankkonto des Zahlenden abgebucht, erfolgt die Wertstellung nach Zahlungseingang auf dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers.
  • Zahlungen via Überweisung unter Umgehung des Aufladeprozesses sind ebenso möglich. Hier wird ein transaktionsspezifischer Code vorgegeben. Wird der transaktionsspezifische Code im Feld „Verwendungszweck“ der Überweisung eingetragen, erfolgt die Wertstellung nach Überweisungseingang auf dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers.

Seit der Einführung von SEPA Credit Transfer bei PayPal ist es nicht mehr möglich, Zahlungen direkt über Giropay vom eigenen Bankkonto zu leisten. Giropay war zunächst – laut Eigendarstellung auf der Website von Paypal – „vorübergehend“ nicht verfügbar. Es finden sich seit Frühjahr 2014 keine Hinweise auf Giropay mehr bei PayPal. Die Wertstellung auf dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers erfolgte bei GiroPay sofort, während sie bei einer Zahlung via Banküberweisung mehr als drei (Werk-)Tage in Anspruch nehmen kann.

Guthaben von deutschem PayPal-Konto abbuchen (auf Referenzkonto überweisen):

  • Ein Guthaben auf einem deutschen PayPal-Konto kann auf das im PayPal-Konto hinterlegte deutsche Referenzkonto überwiesen werden. Der Abbuchungsbetrag wird laut PayPal innerhalb von zwei bis vier Arbeitstagen dem Bankkonto gutgeschrieben. Die Gutschrift darf laut PayPal bis zu sieben Arbeitstage dauern. Erst nach sieben Arbeitstagen beschäftigt sich der Kundenservice mit nicht angekommenen Gutschriften.

Unternehmensgeschichte

PayPal geht auf den Zusammenschluss von Confinity und X.com im März 2000 zurück. Confinity wurde im Dezember 1998 von Max Levchin, Peter Thiel und Luke Nosek in Palo Alto, Kalifornien, gegründet. Ursprünglich war es eine Firma für Bezahlmethoden und Kryptografie für den Palm Pilot. Sowohl Confinity als auch X.com starteten ihre Webseiten Ende 1999. X.com wurde von Elon Musk im März 1999 gegründet, zunächst als -Finanzdienstleister. Beide Firmen hatten ihre Büros an der University Avenue in Palo Alto. Confinitys Webseite war ursprünglich fokussiert auf „reconciling beamed payments“ von Palm Pilots mit Bezahlung per E-Mail als Merkmal. X.coms Webseite umfasste zunächst Finanzdienstleistungen mit Bezahlung per E-Mail.

Bei Confinity waren viele der ersten Angestellten ehemalige Mitarbeiter der Studentenzeitung „The Stanford Review“, die ebenfalls von Peter Thiel gegründet worden war. Die meisten der ersten Techniker kamen von der University of Illinois at Urbana-Champaign, wo sie von Max Levchin geworben worden waren. Auf Seiten von X.com rekrutierte Elon Musk ein breites Spektrum an technischem und Geschäftspersonal, einschließlich vieler, die aufs Engste mit dem Geschäftserfolg der Firma verbunden waren, wie zum Beispiel Amy Klement, Sal Giambanco, Roelof Botha, Sanjay Bhargava und Jeremy Stoppelman.

eBay beobachtete das Wachsen einer Reihe von Online-Bezahlfirmen und errechnete sich als Online-Auktionsanbieter strukturelle Vorteile für die Kundschaft. eBay kaufte im Mai 1999 Billpoint (das war noch, bevor es PayPal gab), nannte es in „eBay Payments“ um und machte es zu seinem offiziellen Bezahlsystem, beschnitt aber Funktionalitäten von Billpoint, indem es dieses nur noch für Zahlungsvorgänge für eBay-Auktionen zuließ. PayPal jedoch wurde in Auktionen um Größenordnungen häufiger genannt als Billpoint. Im Februar 2000 gab es ungefähr 200.000 Auktionen täglich, die für den Service von PayPal warben. PayPal schaffte es, die erste Dotcom zu werden, die nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 einen erfolgreichen Börsengang durchführte.

Eine Erklärung für die Entstehung und den Erfolg von PayPal sind die Eigenheiten des Zahlungsverkehrs in den USA. Dort wurden in der Vergangenheit wegen des Verbots des bundesstaaten-übergreifenden Überweisens im bargeldlosen Zahlungsverkehr meist Schecks verwendet, welche für die Begleichung von Verpflichtungen aus Onlinetransaktionen nicht geeignet sind. Im Gegensatz dazu wurde zum Beispiel in Deutschland seit langem eine Rechnung meistens per Überweisung ausgeglichen. Im internationalen Zahlungsverkehr wurden und werden Gebühren erhoben, die von PayPal unterboten werden konnten. Erst durch die Regulierung des europäischen Zahlungsverkehrs (IBAN/SWIFT) wurden auch EU-Überweisungen großteils gebührenfrei möglich.

Erwerb durch eBay
Im Oktober 2002 wurde PayPal von eBay für 1,5 Milliarden US-Dollar erworben. PayPal war zuvor die beliebteste Bezahlmethode von mehr als der Hälfte der eBay-Benutzer und der Service konkurrierte mit eBays Tochtergesellschaft Billpoint. eBay hat seitdem seinen Billpoint-Service zugunsten von PayPal auslaufen lassen. Die meisten der Hauptkonkurrenten von PayPal sind eingestellt worden oder wurden verkauft; Citibanks c2it-Service wurde Ende 2003 geschlossen und Yahoos PayDirect-Service schloss Ende 2004.

Western Union machte im Dezember 2005 die Schließung seines BidPay-Services bekannt, verkaufte ihn dann aber 2006 an die CyberSource Corporation. Eine Anzahl von Mitbewerbern, die einige mit PayPal vergleichbare Services anbieten, wie zum Beispiel Wirecard, Moneybookers und Neteller, sind weiterhin im Geschäft. PayPals gesamtes Bezahlvolumen, also der Gesamtwert der Transaktionen im vierten Quartal 2010 betrug 21,3 Milliarden US-Dollar mit einer Steigerungsrate von 26,3 % pro Jahr.

PayPal in Deutschland
Es steht seit Februar 2004 eine deutschsprachige PayPal-Website zur Verfügung. In den Online-Marktplatz eBay wurde PayPal im Juni 2004 integriert. PayPal hat alleine in Deutschland inzwischen über 15 Millionen Kundenkonten (Stand: August 2011). PayPal-Nutzer können in Deutschland mittels Lastschrift, Kreditkarte, Online-Überweisung (mittels giropay) und Guthaben auf dem PayPal-Konto bezahlen.

Im Oktober 2010 beteiligte sich PayPal an dem deutschen Factoringunternehmen BillSAFE und bietet seinen Nutzern seit 4. November 2010 zusätzlich die Zahlungsart „auf Rechnung“ an. Seit dem Patriot Act der USA vom Oktober 2001 ist es für alle US-amerikanischen Geheimdienste möglich, alle PayPal-Daten ohne richterlichen Beschluss einzusehen, anzufordern oder zu speichern.

Status als Bank
Peter Thiel, der Gründer von PayPal, erklärte 2004, dass PayPal keine Bank sei, weil zum Beispiel keine Rücklagen gebildet würden. Das Guthaben auf einem PayPal-Konto ist nicht durch das Einlagensicherungssystem geschützt. Am 2. Juli 2007 erhielt PayPal von der luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörde Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) eine Banklizenz für Europa.

Alle Konten von PayPal wurden an diesem Tage von PayPal (Europe) Ltd. nach PayPal Luxemburg transferiert. Dies hatte auch eine Überarbeitung der Nutzungsbedingungen zur Folge. Der Wechsel des Kontos von PayPal (Europe) Ltd. zu PayPal Luxemburg erfolgte automatisch. Die genaue Bezeichnung der neuen Firma lautet „PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A.“. Die Gebühren und der Käuferschutz waren von dem Wechsel nicht betroffen.

Selbständigkeit
Am 30. September 2014 wurde bekannt, dass eBay sich von PayPal trennen wird. Ab 2015 soll PayPal als eigenständiges und unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen agieren.

Quelle: (://de..org/wiki/PayPal)

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