Drupal

ist ein Content-Management-System (CMS) und -, das in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen weltweit zum Einsatz kommt. Seine Hauptanwendung findet bei der Organisation von Websites. Zur Zeit (Mai 2011) bei 1,6 % aller Websites mit einem Marktanteil von 6,0 % bei CMS laut W3Techs. Ursprünglich konzipierte es der belgische Informatiker Dries Buytaert.

Drupal ist und steht unter der General Public License. Es ist in geschrieben und verwendet MySQL/MariaDB, PostgreSQL, SQLite, Oracle oder MSSQL als Datenbank.

Merkmale

Mit Drupal lassen sich, wie mit anderen Content-Management-Systemen (CMS) auch, Inhalte ins Internet stellen und bearbeiten. Drupal unterscheidet sich von anderen CMS vor allem durch die Umsetzung von Ansätzen einer Social und unterstützt damit den Aufbau von Communitys, die gemeinsam an Inhalten arbeiten und sich über Themen austauschen und informieren wollen. So können Nutzer beispielsweise eigene Weblogs anlegen, sich in Foren austauschen oder Artikel veröffentlichen. Es wird ein differenziertes Rollen- und Rechtesystem unterstützt.

Drupal steht seit 2001 als Open Source zur Verfügung. Inzwischen wird Drupal für mehrere Millionen Websites der unterschiedlichsten Art auf der ganzen Welt eingesetzt, so zum Beispiel für die Leser-Kommentare auf der Website der Wochenzeitung Die Zeit oder seit dem 24. Oktober 2009 auch für die Webpräsenz des Weißen Hauses in Washington.

Neben anderen bekannten CMS wie z. B. Mambo, Joomla! und TYPO3 hat es mit seinem spezifischen Ansatz einen Platz unter den “großen” PHP-basierten -CMS etablieren können. Drupal hat eine starke Online-Community, die ihre Mitglieder aktiv unterstützt. Außerdem gibt es auch im deutschsprachigen Raum Unternehmen, die kommerziellen Support anbieten und professionell betreiben.

Drupal hat den englischen Packt Publishing Open Source Content Management System Award in der Kategorie “Overall Winner” in den Jahren 2007, 2008 und 2009 gewonnen.

Aufbau und Funktionen
Drupal besteht aus einem Core (dt. Kern), der die Grundfunktionalität liefert, und Modulen, die zusätzliche Funktionen bieten und dem System bei Bedarf hinzugefügt werden können. Es werden zur Zeit (Stand 26. Mai 2011) insgesamt über 8.000 Modul-Projekte (vollwertige Module) sowie über 1500 “Sandbox”-Projekte auf drupal.org verwaltet.

Von den vollwertigen Modul-Projekten sind über 5.700 als kompatibel zu Drupal 6 und über 1.650 als kompatibel zu Drupal 7 markiert. Diese Module bieten ein breites Spektrum von einfachen, gängigen Website-Funktionen, über komplexe per Grafische Benutzeroberfläche konfigurierbare Werkzeuge, bis hin zu Erweiterungen der ohnehin schon umfangreichen Programmierschnittstellen.

Durch den modularen Aufbau von Drupal sind vielseitige Verwendungsmöglichkeiten vorhanden. Die Liste reicht von “Ein-Personen-Websites” wie beispielsweise persönlichen Weblogs bis hin zu Online-Communitys mit tausenden Mitgliedern.

Im Folgenden sind mögliche Anwendungsgebiete für das CMS Drupal beschrieben:

Weblog
Eine einzelne Person kann als alleiniger Benutzer des CMS ein Weblog aufbauen. Es ist aber ebenso möglich, dass sich mehrere Nutzer eine Website “teilen” und jeder sein eigenes Weblog hat.

Online-Community
Online-Communities sind Websites, bei denen sehr viele Benutzer, jeder mit einem eigenen Benutzerkonto für die Gestaltung und den Inhalt der Website zuständig sind. Dabei können Artikel erstellt oder in einem Forum diskutiert werden. Ein Administrator und Moderatoren sind für die Überwachung und den reibungslosen Ablauf zuständig.

Bücher
Das Verlinken von Seiten in einer linearen Struktur ist in Hypertexten bzw. CMS oft problematisch. Hier bietet der Inhaltstyp “Book” bei Drupal eine einfache Möglichkeit, (gemeinsam) zusammenhängende Seiten eines Buchs zu schreiben und zu verwalten – ohne die Übersicht zu verlieren.

Ausgewählte Eigenschaften

  • Strikte Trennung von Layout/Design und funktionalem Quelltext
  • Ausgefeiltes Taxonomiesystem zur hierarchischen Kategorisierung von Inhalten
  • Mit Inhaltstypen lassen sich verschiedenartige Seiten aufbauen, die unterschiedliche Berechtigungen haben können.
  • rollenbasiertes Rechtesystem
  • Versionierung der Inhalte
  • Baumartige (engl. threaded) Kommentierungsmöglichkeiten
  • Permalinks – Jede Seite ist über eine feste (sich nicht verändernde) URL erreichbar
  • Clean URLs – Drupal kann menschen- und maschinenlesbare URLs (z. B. für Suchmaschinen) erzeugen
  • Eingebaute Volltext-Suchfunktion
  • Drupal kann unterschiedliche Datenbanksysteme nutzen (empfohlen wird MySQL ab Version 4.1)
  • Eingebaute Caching-Mechanismen sorgen für gute Leistung
  • Zahlreiche Themes ermöglichen weitgehende Anpassung des Layouts
  • Spracheinstellungen (auch mehrsprachige Sites) mit Hilfe von Lokalisierungsdaten
  • Anbindung an LDAP /-Authentifizierung und
  • Multisite-Fähigkeit: Aufbau isolierter Websites auf einer Installation
  • Architektur: konsequenter Verzicht auf den Einsatz weiterer Programmier- oder Template-Sprachen, Beschränkung auf PHP zur Erzeugung von XHTML und CSS

Ausgewählte Module
Drupal kann durch eine Vielzahl sogenannter Module erweitert werden, so dass man nahezu beliebige Funktionalität “nachrüsten” kann.

  • CCK-Modul (CCK: Content construction kit, dt. “Inhalts-Bausatz”): Einfache Erstellung eigener Inhaltstypen
  • Views-Modul: Einfache Erstellung benutzerdefinierter Auflistungen von Inhalten
  • CKeditor-/TinyMCE-Modul: Einfache WYSIWYG-Bearbeitung von Artikeln
  • Image-Modul: Ermöglicht die Veröffentlichung von Bildern und Bildergalerien
  • Actions- und Workflow-Modul: Erstellen von Workflows und damit verbundenen Aktionen
  • Organic Groups-Modul: Ermöglicht die Erstellung beliebiger Gruppen, denen Benutzer beitreten und dort dann Inhalte veröffentlichen können
  • Event-Modul: Terminverwaltung mit Kalenderfunktionen
  • Location-Modul: Zugriff auf Kartenmaterial, Entfernungsberechnung etc.
  • Weblink-Modul: Verwaltung von Weblinks mit Linküberwachung
  • Ubercart-Modul: Erweiterung für E-Commerce

Community

Drupal hat eine große Nutzer- und Entwickler-Community. Mehr als 830.000 Benutzerkonten wurden auf Drupal.org registriert, davon haben sich mehr als 2.000 für ein Entwicklerkonto angemeldet. Die Drupal Conference findet zweimal jährlich statt, alternierend in Nordamerika und Europa. Die DrupalCon Szeged 2008, welche im August 2008 stattfand, hatte ca. 500 Besucher. Die DrupalCon Washington DC 2009 zog über 1.400 Besucher an.

Im September 2009 fand die Konferenz in Paris mit 800 Teilnehmern statt. Über 3.000 Personen registrierten sich für die DrupalCon San Francisco im April 2010. Die europäische DrupalCon 2010 fand im August in Kopenhagen statt. Im März 2011 fand die die DrupalCon in Chicago statt. Vom 22. bis 26. August wird die europäische DrupalCon in London stattfinden.

Es gibt viele aktive Drupal-Foren, Mailing-Listen und Diskussionsgruppen. Des Weiteren gibt es auch diverse IRC-Channels  auf dem Freenode Netz.

Es gibt über 20 nationale Communitys  auf drupal.org, die sprachspezifische Hilfe anbieten.

Name und Logo

Der Name “Drupal” ist die englisch-amerikanische Aussprache des niederländischen Wortes “Druppel”, was im Deutschen Tropfen bedeutet (Plattdeutsch: “Dropp” oder “Droppen”). Drupal ist eine eingetragene Marke von Dries Buytaert.

Das offizielle Logo ist das sogenannte Druplicon. Es entstand nach der Idee einen Wassertropfen als Logo zu nutzen. Dieser sollte jedoch comichaft wirken und eindeutig wiederzuerkennen sein. Daher stellen zwei ineinander verschmolzene Tropfen, die wie ein Unendlichkeitszeichen aussehen, die Augen im Gesicht des Wassertropfs dar. Damit sollen die schier unendlichen Einsatzmöglichkeiten von Drupal symbolisiert werden.

Kritik

  • Fehlende Rückwärtskompatibilität: Neue Hauptversionen von Drupal sind oft mit vorherigen nur eingeschränkt kompatibel (z. B. Version 6 mit Version 5). Dies führt dazu, dass bestehende Module angepasst bzw. umprogrammiert werden müssen und bei Erscheinen einer neuen Hauptversion möglicherweise zunächst nicht zur Verfügung stehen.
  • Performance: 2008 zeigten Tests, die die Performance von Drupal 6.1 und Joomla 1.5 verglichen, dass Drupal Webseiten “signifikant schneller” bereitstellte.  Trotzdem hält sich die Ansicht, Drupal sei langsam. Drupal ist in einigen Anwendungsbereichen tatsächlich langsamer als andere Systeme, zum Beispiel ist die Performance von WordPress der von Drupal als Single-User-Blogging-System in der Regel überlegen. Das Drupal-Projekt selbst weist jedoch darauf hin, dass Drupal nicht als Blogging-Engine konzipiert ist.


Quelle: (http://de..org/wiki/Drupal)

 

Related Posts

Virtualisierung
Navigationssystem
VM VirtualBox